Feb 22 2010

Welche Bedürfnisse treiben Guido Westerwelle?

Wenn Guido Westerwelle dieser Tage recht lautstark seine Ansichten über den Sozialstaat und besonders Hartz IV äußert, ist es wahrscheinlich gar nicht so einfach – besonders, wenn man seine Ansichten nicht teilt -, eine Antwort zu finden auf die Frage

„Was bewegt diesen Mann wirklich? Worum geht es ihm tief im Innersten?“

Selbst der Spiegel widmet sich diese Woche mit einer Titelgeschichte seinem “Wirken”.

Mit der Gewaltfreien Kommunikation teile ich die Ansicht, dass hinter jedem Verhalten der Versuch steht, ein menschliches Bedürfnis – also ein Bedürfnis, das wir als Menschen alle teilen - zu erfüllen. (Eine Liste möglicher Bedürfnisse finden Sie hier.)

Folgendes fällt mir ein, wenn ich versuche, hinter die Fassade seiner Worte zu schauen:

  • ein Bedürfnis nach Sicherheit: damit meine ich, der er seine (Macht-)Position als nicht mehr so gefestigt ansieht, wenn seine Partei bei der nächsten Wahl in NRW schlecht abschneidet und dort eventuell sogar die Regierungsbeteiligung verliert.
  • ein Bedürfnis nach Wertschätzung, Anerkennung: vielleicht steht hinter seinen lauten Worten der Frust, dass er auch jetzt in der Regierung nicht die persönliche Wertschätzung erfährt, die er sich schon seit langer Zeit für seine Politik und seinen Einsatz wünscht.

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Feb 16 2010

Denken Sie noch an später oder leben Sie schon?

unter Achtsamkeit

Genau genommen leben sehr wenige Menschen in der Gegenwart. Die meisten bereiten sich darauf vor, demnächst zu leben.” -- Jonathan Swift

Gestern habe ich Eckhart Tolle gesehen und es hat mich wieder sehr berührt, wie er über unsere gewöhnliche Beziehung zu dem, was wir jetzt gerade tun, gesprochen hat. Hier ist das Video:

Wie oft sind wir eigentlich am Tag wirklich mit dem, was gerade ist, entspannt da, und sind nicht schon gedanklich mit dem beschäftigt, wo wir gleich hin wollen (oder vermeintlich hin müssen)?

Wie oft ist der gegenwärtige Augenblick nur ein Mittel, um zu einem vorgestellten wirklich wichtigen Moment zu kommen? Und wie oft stellt dieser Moment sogar ein Hindernis, ein Problem dar, das mir im Weg steht, um wirklich dort hinzugelangen, wo ich endlich mein Leben leben kann?

Ist das Zähneputzen ein wichtiger, ein bewusst zu erlebender Moment? Die Fahrt zur Arbeit? Das Einkaufen? Der Termin beim Arzt? Das Essenkochen? Das Putzen der Wohnung? Das Bügeln der Kleidung?

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Feb 13 2010

Psychofalle Perfektionismus

Nachfolgend mein Kommentar zu dem Artikel von Roland Kopp-Wichmann “Wie Sie aus der Psychofalle Perfektionismus herausfinden”. Da ich noch neu im “Blogger-Sein” bin und mir das Vorgehen mit Trackbacks und Pings noch nicht genau angesehen habe, hier einfach erneut der Kommentar:

Mit Ihrem Artikel sprechen Sie aus meiner Sicht ein Thema an, das uns als Menschen letztlich an der Basis unserer Existenz berührt. Über die Strategie „Ich muss perfekt sein“ kommen Sie zu dem Satz „Ich muss nichts beweisen“, also unserem Urbedürfnis „Ich bin wertvoll – einfach so, nur weil es mich gibt.“

Es ist sicher richtig, dass wir fast immer Menschen in unserer Biografie finden, deren Verhalten uns an diesem „Bin ich wert? Einfach so?“ hat zweifeln lassen. Und dass jetzt der innere Kontakt zu diesem Glaubenssatz ein wichtiger Schritt zu mehr innerer Freiheit ist. Andererseits hat etwa schon der Buddha vor mehr als 2500 Jahren darauf hingewiesen, dass ein zentraler Grund für menschliches Leiden, für Stress, im „bhava tanha“ liegt, also dem „Verlangen, jemand besonderes zu sein.“ Wir möchen im wahrsten Sinne des Wortes „existent“ werden.

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Feb 08 2010

und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…

Dies ist mein erster Eintrag auf meinem neuen Blog! Hier möchte ich Beiträge schreiben und Erfahrungen teilen, wie “Ich” als Individuum wirklich ich selbst sein und zugleich echte, von Herzen kommende Verbindungen mit anderen Menschen leben kann. Dabei ist es mir ein tiefes Anliegen, immer wieder die Möglichkeiten einer existenziellen Freiheit und Verbundenheit, wie sie beispielweise im Buddhismus beschrieben wird, mitten in unserem täglichen Leben zu erkunden und zu erfahren.

Als Hilfsmittel sind für mich dabei besonders wertvoll: die Praxis der Achtsamkeit, die Gewaltfreie Kommunikation und der spirituelle Weg der Einsicht (oder Weisheit), also buddhistisch ausgedrückt: die Dinge nicht mehr durch unsere getrübte Wahrnehmung zu sehen, sondern so, “wie sie wirklich sind”. Für mich ergänzen sich gerade diese drei Ansätze besonders gut. Doch dazu später mehr…

Ich wünsche Ihnen inspirierende Beiträge und freue mich auf Ihre Kommentare!

Ingo Zacharias

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